Seborrhoisches Ekzem: warum die Schuppen zurückkommen, sobald Sie das Shampoo weglassen — Akupunktur & TCM in Oberursel bei Frankfurt
- KMD Yun

- 3. Aug.
- 16 Min. Lesezeit
Kurz erklärt: Akupunktur, TCM und chinesische Kräutermedizin werden beim seborrhoischen Ekzem im Rhein-Main-Gebiet häufig begleitend eingesetzt — mit dem Ziel, Schuppung, Rötung und Juckreiz zu beruhigen und anschließend die Talg- und Barriereregulation der Haut selbst zu stabilisieren. In der Naturheilpraxis Doson in Oberursel bei Frankfurt behandeln wir dabei nicht den Hefepilz allein, sondern den Hautzustand, der ihm so viel Nahrung bietet: erfasst über Puls- und Zungendiagnose, Konstitution und aktuelles Beschwerdebild — mit einer Hautpflege- und Ernährungsempfehlung, die zu Ihrem Typ passt.

Es ist nie ganz weg
Sie kennen den Rhythmus wahrscheinlich besser als jeder Beipackzettel.
Zwei Wochen Ketoconazol-Shampoo, und es wird deutlich besser. Die Kopfhaut beruhigt sich, die Rötung an den Nasenflügeln verblasst, die Augenbrauen schuppen nicht mehr. Sie sind erleichtert. Sie lassen es weg.
Und nach zwei, drei, vier Wochen ist alles wieder da.
Also fangen Sie wieder an. Irgendwann shampoonieren Sie dauerhaft zweimal die Woche, weil Sie wissen, was sonst passiert. Vielleicht liegt zusätzlich eine Kortisoncreme im Bad, für die schlimmen Phasen. Vielleicht haben Sie sie länger benutzt, als eigentlich vorgesehen war — und gemerkt, dass es nach dem Absetzen schlimmer wurde als vorher.
Dazu kommt das, worüber selten jemand spricht. Die weißen Flöckchen auf dunkler Kleidung. Der Blick der anderen auf die Stelle zwischen Nase und Wange. Das Gefühl, ungepflegt zu wirken, obwohl Sie sich mehr um Ihre Haut kümmern als die meisten Menschen um sich herum. Und der Satz, den viele Betroffene irgendwann hören: „Das ist chronisch. Damit muss man leben."
Die Frage, die dann bleibt, ist nicht mehr „Welches Shampoo hilft am besten?". Sie lautet:
Warum reagiert meine Haut überhaupt so — und lässt sich daran etwas ändern?
Genau an dieser Stelle beginnt der Blick der Traditionellen Chinesischen Medizin.
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Was Shampoo, Kortison und Antimykotika leisten — und was sie nicht leisten
Verstehen Sie uns nicht falsch: Diese Mittel wirken. Das ist gut belegt, und in einem akuten Schub sind sie sinnvoll. Das Problem beginnt dort, wo aus der kurzfristigen Hilfe eine Dauerlösung werden soll, die sie nicht ist.
Man sieht das an den Rückfallzahlen. Eine Übersichtsarbeit hat zusammengetragen, wie häufig die Beschwerden nach dem Ende der äußerlichen Behandlung zurückkehren: unter Ketoconazol-Shampoo 2 % bei rund einem Drittel, unter Selendisulfid-Shampoo bei etwa drei Vierteln — und unter einer 0,1-prozentigen Kortisonlotion bei fast neun von zehn Behandelten innerhalb von zwölf Wochen.

Die Zahlen sind nicht direkt miteinander vergleichbar, weil die Nachbeobachtungszeiträume der zugrunde liegenden Studien unterschiedlich lang waren. Die Richtung ist trotzdem eindeutig, und sie deckt sich mit dem, was Betroffene ohnehin erleben.
Interessant ist dabei die Reihenfolge. Das Mittel mit der höchsten Rückfallquote ist ausgerechnet dasjenige, das am stärksten unterdrückt: das Kortison. Es dämpft die Entzündung sehr zuverlässig — aber es hinterlässt eine Haut, die dünner und reaktionsbereiter ist als vorher. Genau das erleben viele Patientinnen und Patienten als „Rebound": Nach dem Absetzen einer länger benutzten Kortisoncreme im Gesicht kommt die Rötung heftiger zurück, als sie je war.
Deshalb ist unsere Position hier klar: Wir sind nicht gegen diese Mittel. Wir halten sie nur für ein Werkzeug auf Zeit — und die Frage ist, was in der Zwischenzeit passiert. Wenn niemand am Zustand der Haut selbst arbeitet, bleibt die Anwendung dauerhaft, und die Abstände zwischen den Schüben werden mit den Jahren eher kürzer.
Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Setzen Sie eine länger angewendete Kortisoncreme im Gesicht bitte nicht abrupt und nicht eigenmächtig ab. Ein schrittweises Ausschleichen ist deutlich verträglicher — und wir beginnen die Behandlung ohnehin nicht damit, Ihnen etwas wegzunehmen.
Es liegt nicht am Pilz allein
Das gängige Erklärungsmodell ist einfach: Ein Hefepilz namens Malassezia lebt auf der Haut, ernährt sich vom Talg, die Haut reagiert darauf — also weg mit dem Pilz.
An diesem Modell stimmt einiges. Aber es hat eine Lücke, die alles verändert, sobald man sie einmal gesehen hat.
Malassezia lebt auf nahezu jeder menschlichen Haut. Er gehört zur normalen Flora, auch bei Menschen, die nie in ihrem Leben eine schuppende Stelle hatten. Wäre er allein die Ursache, müssten fast alle betroffen sein.
Und dann ist da eine Untersuchung, die noch deutlicher wird. Bei Betroffenen unter äußerlicher Ketoconazol-Behandlung wurde nicht nur der Hautzustand beurteilt, sondern auch die tatsächliche Pilzmenge auf der Haut gemessen. Das Ergebnis: Die Hautveränderungen besserten sich — die messbare Menge an Malassezia nahm dabei nicht ab.

Das ist ein bemerkenswerter Befund. Er bedeutet nicht, dass das Shampoo nicht hilft. Es hilft ja nachweislich. Aber es hilft offenbar nicht in erster Linie dadurch, dass es den Pilz beseitigt — sondern eher dadurch, dass es die Entzündungsreaktion und das Talgmilieu beeinflusst.
Und damit verschiebt sich die eigentliche Frage. Sie lautet nicht: Wie werde ich den Pilz los? Sie lautet: Warum reagiert meine Haut auf einen normalen Hautbewohner so, wie sie es tut — und was macht sie so reaktionsbereit?
Auf diese Frage gibt es mehrere Teilantworten, und sie hängen zusammen: die Zusammensetzung und Menge des Talgs, die Barrierefunktion der Haut, die Immunantwort vor Ort — und die vegetative Steuerung, die all das mitreguliert. Es ist kein Zufall, dass das seborrhoische Ekzem bei Erkrankungen des Nervensystems, unter Schlafmangel und in belastenden Lebensphasen deutlich häufiger und stärker auftritt.
Genau in dieser Lücke arbeiten wir.
Seborrhoisches Ekzem, Rosazea oder Schuppenflechte?
Im Gesicht überlappen sich diese drei Bilder häufig, und nicht selten wurde bei Betroffenen schon zweimal etwas anderes vermutet. Weil die Behandlungsrichtung sich unterscheidet, lohnt sich die Unterscheidung.
Seborrhoisches Ekzem | Rosazea | Schuppenflechte | |
Typische Stellen | Kopfhaut, Nasenflügel, Nasolabialfalte, Augenbrauen, Bart, Ohren, Brustmitte | Wangen, Nase, Stirn, Kinn — meist symmetrisch, Nasolabialfalte frei | Kopfhaut über den Haaransatz hinaus, Ellenbogen, Knie, Nägel |
Schuppung | fettig-gelblich oder fein-weiß, deutlich | wenig bis keine | dick, silbrig, fest haftend |
Leitsymptom | Schuppung und Juckreiz | anfallsartige Rötung, Brennen, sichtbare Äderchen | scharf begrenzte, erhabene Plaques |
Verschlechtert bei | Stress, Winter, Schlafmangel, fettem Essen, Alkohol | Hitze, Alkohol, scharfem Essen, Temperaturwechsel | Stress, Infekten, mechanischer Reizung |
Reaktion auf Antimykotikum | oft deutlich | kaum | kaum |
Beides gleichzeitig zu haben, ist keineswegs ungewöhnlich — gerade seborrhoisches Ekzem und Rosazea treten häufig nebeneinander auf. Dann behandeln wir auch beide Anteile, nur mit unterschiedlicher Gewichtung. Wenn bei Ihnen entzündliche Pusteln im Vordergrund stehen, ist womöglich unsere Seite zu Akne die passendere.
Zwei Wege, dieselbe Haut: den Auslöser entfernen oder das Milieu verändern
Hier trennen sich zwei medizinische Logiken, und beide haben ihre Berechtigung.
Die schulmedizinische Herangehensweise ist stoffzentriert. Sie sucht den Auslöser an der Hautoberfläche und schaltet ihn aus: den Pilz mit einem Antimykotikum, die Entzündung mit Kortison oder einem Calcineurin-Hemmer, die Schuppen mit einem Keratolytikum. Zwei Menschen mit demselben Befund bekommen im Kern dasselbe Präparat. Das ist präzise, standardisierbar und im Schub schnell wirksam.
Die ostasiatische Herangehensweise ist personenzentriert. Sie fragt nicht zuerst, was auf der Haut sitzt, sondern: Was in diesem Körper erzeugt ausgerechnet dieses Hautmilieu?
Deshalb sieht bei uns die Behandlung von zwei Patienten mit derselben Diagnose oft völlig verschieden aus.
Der eine ist Mitte dreißig, hat eine glänzende, gerötete Kopfhaut mit dicken gelblichen Schuppen, es juckt stark, es wird nach Alkohol und schwerem Essen schlechter, im Sommer und bei Schwüle am schlimmsten, die Zunge trägt einen dicken gelblichen Belag. Bei ihm ist zu viel im Milieu — es muss abgeleitet und geklärt werden.
Die andere ist Ende fünfzig, hat eine trockene, gespannte Kopfhaut mit feinen weißen Schuppen, es juckt eher abends, es wird im Winter und nach jedem Haarewaschen schlechter, sie schläft schlecht, die Zunge ist blass und trocken. Bei ihr ist zu wenig da — es muss genährt und befeuchtet werden.
Beide haben dieselbe Diagnose. Beide würden dasselbe antimykotische Shampoo bekommen. Und der Rat, häufiger zu waschen, hilft dem ersten und verschlechtert die zweite zuverlässig.
An dieser Weggabelung entscheidet sich aus unserer Sicht der Behandlungserfolg. Wer beim trockenen Bild weiter entfettet, verschlimmert es — und wer beim feuchten Bild aufbaut, ebenfalls. Genau das ist der Grund, warum so viele Betroffene das Gefühl haben, dass die üblichen Empfehlungen bei ihnen „irgendwie nicht passen".
Die TCM-Muster beim seborrhoischen Ekzem — verständlich erklärt
Feuchte-Hitze staut sich in der Haut (濕熱蘊膚) — das häufigste Bild bei jüngeren Erwachsenen und bei ausgeprägt fettiger Haut. Glänzende Kopfhaut, dicke gelbliche und fettige Schuppen, deutliche Rötung, starker Juckreiz, manchmal Geruch. Verschlechterung durch Alkohol, Zucker, fettige und scharfe Speisen, Hitze und Schwüle. Häufig zusätzlich Reflux, Mundgeruch oder ein dicker gelblicher Zungenbelag. Behandlungsrichtung: Feuchtigkeit ausleiten, Hitze klären, das Milieu entlasten.
Blut-Mangel mit Trockenheit (血虛風燥) — das Bild der trockenen Variante, häufig bei längerem Verlauf, nach dem 45. Lebensjahr und im Winter. Feine, eher weiße Schuppen, gespannte Haut, Juckreiz ohne viel Rötung, Verschlechterung durch Kälte, Heizungsluft und häufiges Waschen. Oft dazu: dünnes Haar, trockene Augen, Schlafstörungen, blasse Zunge. Behandlungsrichtung: Blut und Säfte nähren, die Haut von innen befeuchten — nicht weiter entfetten.
Schwäche der Verdauungskraft mit Feuchtigkeit (脾虛濕盛) — das hartnäckige Bild. Die Schuppung ist nicht dramatisch, kommt aber zuverlässig immer wieder. Dazu Müdigkeit besonders nach dem Essen, Blähbauch, weicher Stuhl, Schweregefühl, wenig Belastbarkeit, Zahnabdrücke am Zungenrand. Hier entsteht die „Feuchtigkeit" nicht durch zu viel Hitze, sondern weil die Verdauungskraft sie nicht mehr umsetzt. Behandlungsrichtung: die Mitte aufbauen und wärmen, Feuchtigkeit umwandeln statt nur ausleiten.
Leber-Qi-Stagnation mit Feuer (肝鬱化火) — das Bild der Schübe. Die Haut ist über Wochen erträglich und kippt dann innerhalb weniger Tage, fast immer in belastenden Phasen: Prüfungen, Umzug, Konflikte, Schlafmangel. Dazu Anspannung, Reizbarkeit, Zähneknirschen, unruhiger Schlaf, bei Frauen Verschlechterung vor der Periode. Behandlungsrichtung: Qi bewegen, die aufsteigende Hitze klären, die vegetative Anspannung senken.
Auf einen Blick:
Muster | Typische Zeichen | Behandlungsrichtung |
Feuchte-Hitze in der Haut (濕熱蘊膚) | fettig-gelbe Schuppen, Rötung, starker Juckreiz, Alkohol/Hitze | Feuchtigkeit ausleiten, Hitze klären |
Blut-Mangel mit Trockenheit (血虛風燥) | feine weiße Schuppen, Spannen, Winter, Waschen verschlechtert | Blut und Säfte nähren, nicht weiter entfetten |
Verdauungsschwäche mit Feuchtigkeit (脾虛濕盛) | hartnäckig, Müdigkeit nach dem Essen, weicher Stuhl, Schwere | Mitte aufbauen, Feuchtigkeit umwandeln |
Leber-Qi-Stagnation mit Feuer (肝鬱化火) | Schübe unter Stress, Anspannung, schlechter Schlaf | Qi bewegen, Hitze klären, Anspannung senken |
In der Praxis liegen die Muster fast nie sauber getrennt vor. Häufig ist ein feuchtes Grundmilieu, das unter Belastung in Schübe kippt — oder eine geschwächte Mitte, die im Sommer fettig und im Winter trocken erscheint.
Deshalb steht am Anfang nicht die Frage, welches Muster vorliegt, sondern welches zuerst. Solange Feuchtigkeit und Hitze im Milieu stehen, trägt jedes Nähren nur weiter auf. Und solange die Haut ausgetrocknet ist, bringt jedes weitere Ausleiten nichts. Welche Reihenfolge bei Ihnen richtig ist, entscheiden wir über Pulsdiagnose und Zungendiagnostik — nicht nach Schema.
Wie viel darf man bei Ihnen ableiten?
Zusätzlich zum aktuellen Muster beziehen wir die individuelle Konstitution ein: die langfristige Grundveranlagung eines Menschen, unabhängig davon, wie es seiner Haut gerade geht.
Beim seborrhoischen Ekzem ist dieser Punkt praktisch bedeutsam, weil er entscheidet, wie lange und wie stark man ableiten darf.
Ein Beispiel: Zwei Menschen zeigen beide gerade ein feuchtes, gerötetes, fettiges Bild. Aber die eine Person neigt konstitutionell zu Stoffwechselträgheit und Feuchtigkeit — bei ihr können wir konsequent ausleiten und sehen darunter eine stabile Besserung. Die andere neigt konstitutionell zu Kälte, niedriger Energie und empfindlicher Verdauung — bei ihr führt genau dasselbe Vorgehen nach einigen Wochen dazu, dass die Haut trockener und gleichzeitig gereizter wird. Was aussah wie eine Verbesserung, war ein Kippen in das andere Muster.
Vier Grundtypen begleiten uns dabei:
Die Taeeum-Konstitution neigt zu Stoffwechselträgheit und Feuchtigkeits- beziehungsweise Schleimbildung. Hier ist das fettige, dicke, hartnäckige Bild typisch — und hier darf konsequent ausgeleitet werden.
Die Soyang-Konstitution neigt zu Hitze und hoher Reaktivität. Typisch sind ausgeprägte Rötung, Brennen und Schübe, die schnell kommen und schnell wieder gehen. Kühlen und absenken ist sinnvoll, aber dosiert.
Die Soeum-Konstitution neigt zu Kältegefühl, empfindlicher Verdauung und niedrigem Energiehaushalt. Hier sehen wir eher das trockene, feinschuppige, langsam verlaufende Bild. Diese Menschen vertragen starkes Ausleiten und aggressive Hautpflege schlecht — sie brauchen Aufbau.
Die Taeyang-Konstitution ist selten. Typisch sind starke Spannung im oberen Körperbereich und eine Reaktivität, die sich schwer ausgleichen lässt.
Wir sehen deshalb regelmäßig Patientinnen und Patienten, bei denen eine naturheilkundliche Behandlung anfangs half und nach einigen Wochen kippte. Meist war nicht die Methode falsch, sondern die Dauer: Es wurde weiter abgeleitet, obwohl der Körper längst etwas anderes brauchte.
Zwei Phasen: erst beruhigen, dann die Haut selbst stabiler machen
Aus unserer Erfahrung ist ein zweistufiges Vorgehen sinnvoll — und die zweite Phase ist die, die in den meisten Behandlungskonzepten fehlt.
In Phase 1 geht es um Entlastung: Schuppung, Rötung, Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl. Ziel ist, dass die Schübe seltener, kürzer und milder werden. Für viele ist das der erste spürbare Schritt — nicht, dass sofort alles verschwunden wäre, sondern dass eine schlechte Woche nicht mehr in einen Monat übergeht.
In Phase 2 verschiebt sich der Schwerpunkt auf die eigentliche Arbeit: die Talgregulation und die Barrierefunktion stabilisieren, die Verdauungskraft und das innere Milieu ordnen, die vegetative Anspannung senken, die Konstitution ausgleichen. Und dann — schrittweise — die äußerliche Dauerbehandlung ausdünnen. Nicht abrupt, nicht nach Kalender, sondern in Abstufungen und mit klaren Rückmeldekriterien.
Dieser Teil ist für uns kein Anhängsel, sondern das eigentliche Ziel. Eine Behandlung, die die Haut beruhigt, das Shampoo aber für immer zweimal wöchentlich festschreibt, hat das Problem nicht gelöst.
Akupunktur beim seborrhoischen Ekzem

Wir sagen an dieser Stelle offen, was die Studienlage hergibt: Zur Akupunktur speziell beim seborrhoischen Ekzem gibt es bislang keine belastbaren, aussagekräftigen Studien. Wer Ihnen etwas anderes verspricht, überzieht.
Was es gibt, sind Untersuchungen zum Umfeld. Eine systematische Übersichtsarbeit zur Akupunktur bei Juckreiz fand über die eingeschlossenen randomisierten Studien hinweg eine Linderung gegenüber Scheinakupunktur und unbehandelten Kontrollgruppen — allerdings auf einer sehr schmalen Datenbasis von nur drei Studien, was die Aussagekraft klar begrenzt.
Warum wir Akupunktur hier dennoch einsetzen, hat einen anderen Grund: Sie wirkt auf genau die Systeme, die bei diesem Beschwerdebild aus dem Takt sind — die vegetative Steuerung, die Stressachse, die Schlafqualität, die Durchblutung der Kopfhaut und die Verarbeitung von Juckreiz. Bei einem Hautbild, das sich zuverlässig in belastenden Phasen und nach schlechten Nächten verschlechtert, ist das kein Nebenschauplatz.
Ein praktischer Punkt: Wir nadeln in aller Regel nicht in die entzündeten Stellen. Die Punkte liegen meist körperfern an Händen, Unterarmen, Unterschenkeln und Füßen, häufig nach dem koreanisch geprägten Sa-am-System. Gerade im Gesicht ist zurückhaltendes Vorgehen wichtig — gereizte, dünne Haut nach längerer Kortisonanwendung verträgt lokale Reize schlecht.
Wenn bei Ihnen zusätzlich Haarausfall ein Thema ist, behandeln wir das nicht getrennt. Eine chronisch entzündete Kopfhaut und diffuser Haarausfall hängen häufiger zusammen, als Betroffenen bewusst ist.
Chinesische Kräutermedizin beim seborrhoischen Ekzem

Bei der Kräutermedizin gibt es dagegen Untersuchungen, die sich direkt auf das seborrhoische Ekzem beziehen.
Eine Meta-Analyse aus zehn randomisierten Studien mit 916 Patientinnen und Patienten untersuchte beim seborrhoischen Gesichtsekzem eine pflanzliche Zusatztherapie gegenüber der Vergleichsbehandlung allein. Juckreiz, Rötung und Schuppung besserten sich stärker, unerwünschte Wirkungen traten seltener auf — und die Rückfallquote in der Nachbeobachtung lag deutlich niedriger (Odds Ratio 0,22; 95 %-KI 0,13–0,36).

Bemerkenswert ist gerade dieser letzte Wert. Ein Antimykotikum wirkt, solange es angewendet wird. Ein niedrigerer Rückfallwert deutet in eine andere Richtung — nämlich darauf, dass sich an der Reaktionslage selbst etwas verändert hat. Genau das ist beim seborrhoischen Ekzem das Ziel.
Die Grenzen gehören dazu: Untersucht wurde ein einzelner Pflanzenstoff (Tanshinon aus Salvia miltiorrhiza, in der TCM Dan Shen) in standardisierter Kapselform, nicht eine individuell zusammengestellte Rezeptur. Das Verzerrungsrisiko der Einzelstudien wurde als hoch bis unklar bewertet, und alle Studien stammen aus China. Als Beleg dafür, dass unsere Rezepturen dasselbe leisten, taugt sie nicht. Als Hinweis darauf, dass an der Rückfallneigung überhaupt etwas beeinflussbar ist, ist sie aussagekräftig.
Echte chinesische Kräutermedizin arbeitet ohnehin anders als ein Fertigpräparat: nicht nach dem Prinzip „eine Pflanze gegen eine Diagnose", sondern nach dem Muster dahinter. Zu Beginn eher Rezepturen, die Feuchtigkeit ausleiten und Hitze klären; später eher solche, die Blut und Säfte nähren oder die Verdauungskraft aufbauen — je nachdem, welches Bild sich zeigt.
Wenn Sie Medikamente einnehmen, gehört das vor der ersten Rezeptur auf den Tisch. Das gilt besonders für Blutgerinnungshemmer, weil Dan Shen und verwandte Pflanzen die Gerinnung beeinflussen können.
Konstitutionsbasierte Ernährung — und warum Verbotslisten hier wenig bringen
In der Naturheilpraxis Doson ist Ernährung ein eigener Behandlungsbaustein. Beim seborrhoischen Ekzem unterscheidet sie sich in einem entscheidenden Punkt von den üblichen Empfehlungen: Sie fragt nicht nur, was ein Lebensmittel enthält, sondern was es bei diesem Körper in diesem Zustand bewirkt.
Drei Punkte sind fast immer relevant:
Alkohol. Bei einem feucht-heißen Bild ist er der zuverlässigste einzelne Auslöser, den wir sehen — meist mit ein bis zwei Tagen Verzögerung. Wir arbeiten hier nicht mit Verboten, sondern mit Mengen, Abständen und der Beobachtung, wie Ihre Haut zwei Tage später aussieht.
Zucker und schnelle Kohlenhydrate. Sie beeinflussen die Talgproduktion messbar. Der Effekt ist individuell sehr unterschiedlich stark — bei manchen Patienten ist er der Hebel, bei anderen zweitrangig.
Temperatur und Zubereitung. Bei einem feucht-heißen Bild sind schwere, fettige und stark gewürzte Speisen sowie späte Mahlzeiten die Hauptlast. Bei einem trockenen, geschwächten Bild gilt fast das Gegenteil: Rohkost, kalte Getränke und Auslassen von Mahlzeiten verschlechtern hier, warm und gekocht verträgt sich besser.
Über Anamnese, Puls- und Zungendiagnose beurteilen wir das im Einzelfall — und passen es an, wenn sich das Bild verändert.
Hautpflege: warum „öfter waschen" bei der Hälfte der Betroffenen falsch ist
Der Standardrat lautet: regelmäßig mit antimykotischem Shampoo waschen, Talg reduzieren, Schuppen lösen. Für das feucht-heiße Bild ist das richtig und wirkt gut.
Für das trockene Bild ist es der Hauptgrund, warum es nicht besser wird.
Diese Patientinnen und Patienten waschen häufiger, weil es schuppt — und es schuppt mehr, weil sie häufiger waschen. Die Barriere wird dünner, die Haut spannt, sie reagiert stärker, es schuppt noch mehr. Wir sehen diesen Kreislauf regelmäßig bei Menschen, die seit Jahren jeden zweiten Tag ein wirkstoffhaltiges Shampoo benutzen und nicht verstehen, warum es schlimmer statt besser wird.
Deshalb legen wir zu Beginn gemeinsam fest, in welche Richtung Ihre Pflege gehen soll: entlastend oder aufbauend. Dazu gehören ganz konkrete Punkte — Waschfrequenz, Wassertemperatur, wie lange ein Wirkstoffshampoo einwirkt, ob überhaupt eine Pflege nachkommt, und wie Schuppen im Gesicht abgelöst werden, ohne die Haut zu reizen.
Das klingt banal. Aus unserer Erfahrung ist es bei diesem Beschwerdebild einer der wirksamsten Einzelhebel überhaupt.
Wie wir in der Naturheilpraxis Doson vorgehen
Schritt 1 — Den Verlauf verstehen, nicht nur die Stelle ansehen
Bringen Sie mit, was Sie haben: bisherige Präparate und deren Wirkung, wie lange Sie welches Kortison verwendet haben, eventuelle Abstrichbefunde, Blutwerte. Dann fragen wir weiter — und oft anders, als Sie es gewohnt sind: Ist die Schuppung fettig oder trocken? Wird es nach dem Waschen besser oder schlechter? Wie ist es im Winter gegenüber dem Sommer? Was passiert zwei Tage nach Alkohol? Wie schlafen Sie in schlechten Phasen? Wie ist die Verdauung? Juckt es eher tagsüber oder abends im Warmen? Über Puls- und Zungendiagnose erfassen wir das Muster dahinter.
Schritt 2 — Nach Ihrem Muster behandeln, nicht nach Diagnose
Je nach Befund sieht die Behandlung sehr unterschiedlich aus: bei Feuchte-Hitze klären und ausleiten, bei Trockenheit nähren und befeuchten, bei schwacher Mitte aufbauen und wärmen, bei stressgetriebenen Schüben die vegetative Anspannung senken. Wir kombinieren Akupunktur, individuell zusammengestellte Kräutermedizin sowie eine konstitutionsbasierte Ernährungs- und Pflegeempfehlung.
Schritt 3 — Die äußerliche Dauerbehandlung ausdünnen
Sobald die Haut ruhiger ist, arbeiten wir an der Reduktion: Anwendungsabstände vergrößern, Kortison ausschleichen statt absetzen, beobachten, wie weit die Haut allein trägt. Ziel ist nicht die perfekte Kopfhaut. Ziel ist eine Haut, die eine stressige Woche und ein Glas Wein wieder verzeiht.
Warum KMD Yun beim seborrhoischen Ekzem anders hinschaut
Das seborrhoische Ekzem gilt als gut behandelbar — und ist in der Praxis trotzdem eines der frustrierendsten Hautbilder, weil es sich der dauerhaften Lösung entzieht und in Wellen zurückkehrt, sobald man aufhört.
Genau solche Bilder gehören seit Jahrhunderten zu den Kernthemen der ostasiatischen Medizin: ein Milieu, das kippt, eine Oberfläche, die überreagiert, eine Mitte, die nicht mehr umsetzt — Beschwerden, die man nicht an einer Stelle festmachen kann, sondern nur am Zusammenspiel.
KMD Kukhyun Yun, Doctor of Korean Medicine, absolvierte ein sechsjähriges Universitätsstudium mit klinischer Ausbildung im Ursprungsland. Sein klinischer Schwerpunkt liegt bei chronischen, komplexen und schulmedizinisch als austherapiert erlebten Beschwerdebildern, mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen. Bei Hauterkrankungen zeigt sich das besonders deutlich: Ob abgeleitet oder aufgebaut wird, ist keine Frage der Technik, sondern der Diagnostik — und die ist Teil eines vollständigen medizinischen Systems, nicht eines Kurses.
Sein Weg nach Deutschland war eine bewusste Entscheidung: Menschen mit hartnäckigen Hautbildern ernst zu nehmen und ihren Verlauf im Zusammenhang zu verstehen, statt ihn auf ein Shampoo und die Auskunft „damit muss man leben" zu reduzieren.
Für wen unsere Behandlung besonders geeignet ist
· Das Shampoo hilft — aber sobald Sie es weglassen, ist alles innerhalb weniger Wochen zurück.
· Sie benutzen seit Jahren ein Wirkstoffshampoo und möchten da heraus.
· Sie haben Kortison im Gesicht länger verwendet und gemerkt, dass es nach dem Absetzen schlimmer wurde.
· Die Rötung an Nasenflügeln, Augenbrauen oder im Bart ist für Sie das eigentliche Problem — nicht die Kopfhaut.
· Ihre Haut wird trockener, gereizter und schuppiger, obwohl Sie inzwischen häufiger waschen.
· Die Schübe kommen zuverlässig in stressigen Phasen, im Winter oder nach schlechten Nächten.
· Sie haben zusätzlich Haarausfall, Verdauungsbeschwerden oder Schlafprobleme, und niemand hat das bisher zusammen betrachtet.
· Sie möchten nicht nur ruhigere Haut, sondern eine Haut, die auch ohne tägliche Anwendung stabil bleibt.
Häufige Fragen zu seborrhoischem Ekzem, TCM und Akupunktur
Kann TCM ein seborrhoisches Ekzem heilen?
Ein garantiertes Ergebnis gibt es nicht, und Heilungsversprechen wären unseriös. Was wir anstreben, ist konkreter: dass die Schübe seltener, kürzer und milder werden und dass sich die äußerliche Dauerbehandlung schrittweise reduzieren lässt. Aus unserer Erfahrung ist bei einem funktionellen, stress- und milieuabhängigen Verlauf deutlich mehr möglich, als viele Betroffene nach Jahren noch erwarten.
Muss ich mein Shampoo während der Behandlung weiterbenutzen?
Anfangs meist ja. Es sorgt für Ruhe, während wir behandeln. Für uns ist es aber ein Werkzeug auf Zeit, kein Dauerzustand — und wir planen die Reduktion von Anfang an mit ein, statt sie dem Zufall zu überlassen.
Ich habe lange Kortison im Gesicht benutzt. Was jetzt?
Bitte nicht abrupt absetzen. Nach längerer Anwendung im Gesicht reagiert die Haut auf ein plötzliches Ende häufig mit einer deutlichen Verschlechterung. Wir beginnen die Behandlung, während Sie das Präparat noch anwenden, und reduzieren erst dann schrittweise, wenn die Haut darunter ruhiger geworden ist.
Warum wird es bei mir schlimmer, obwohl ich häufiger wasche?
Weil es zwei gegensätzliche Verläufe gibt, die gleich aussehen. Bei einem fettigen, entzündlichen Bild entlastet häufigeres Waschen. Bei einem trockenen, barrieregeschwächten Bild entzieht es der Haut genau das, was ihr ohnehin fehlt — und die Schuppung nimmt zu. Welcher Fall bei Ihnen vorliegt, klären wir vor der ersten Empfehlung.
Ist das ansteckend?
Nein. Malassezia gehört zur normalen Hautflora nahezu aller Menschen. Das seborrhoische Ekzem entsteht nicht dadurch, dass man sich etwas einfängt, sondern dadurch, wie die eigene Haut auf einen normalen Bewohner reagiert.
Kann ich die TCM-Behandlung mit meiner hautärztlichen Therapie kombinieren?
Ja, und am Anfang laufen beide Wege meistens parallel. Wir arbeiten ergänzend, nicht gegen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Eine dermatologische Abklärung ist besonders dann sinnvoll, wenn die Schuppung einseitig ist, sich rasch ausbreitet, nässt oder blutet — solche Verläufe passen nicht zum typischen Bild.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden bestehen, wie stark äußerlich vorbehandelt wurde und wie belastet der Alltag ist. Eine erste Einschätzung, ob und wie die Behandlung anspricht, ergibt sich meist innerhalb weniger Wochen. Das Ausdünnen der äußerlichen Dauerbehandlung braucht danach erfahrungsgemäß mehr Zeit als die reine Beruhigung der Haut.
Zusammenfassung: Beim seborrhoischen Ekzem entscheidet selten der Hefepilz allein, sondern der Hautzustand dahinter — Talgzusammensetzung, Barrierefunktion, Immunantwort vor Ort und vegetative Regulation, beeinflusst von Stress, Schlaf, Jahreszeit, Verdauung und Konstitution. Äußerliche Mittel wirken zuverlässig, verändern diese Ausgangslage aber nicht, weshalb die Beschwerden nach dem Absetzen regelmäßig zurückkehren. In der Naturheilpraxis Doson in Oberursel bei Frankfurt ordnen wir Ihr Hautbild über Puls- und Zungendiagnose einem individuellen Muster zu und kombinieren Akupunktur, chinesische Kräutermedizin sowie eine konstitutionsbasierte Ernährungs- und Pflegeempfehlung — zuerst, um Schuppung und Juckreiz zu beruhigen, dann, um die Haut selbst wieder stabiler zu machen.
Seborrhoisches Ekzem begleitend behandeln lassen — Termin in der Naturheilpraxis Doson
Wenn Ihre Haut seit Jahren nur so lange ruhig ist, wie Sie etwas darauf auftragen, lohnt sich ein anderer Blick: nicht auf den Pilz, sondern auf das Milieu, das ihn ernährt — und auf die Regulation dahinter.
In der Naturheilpraxis Doson in Oberursel bei Frankfurt verbinden wir klassische TCM-Diagnostik, Akupunktur, chinesische Kräutermedizin und eine konstitutionsbasierte Ernährungs- und Pflegeberatung zu einem individuellen Konzept. Wir sind gut erreichbar aus Frankfurt, Bad Homburg, Kronberg, Königstein, Eschborn und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet.
Wenn Sie sich vor einem Ersttermin ein Bild davon machen möchten, wie andere Patientinnen und Patienten unsere Praxis erlebt haben, finden Sie hier die Patientenstimmen zur Naturheilpraxis Doson.
Gerne besprechen wir in einem Ersttermin, welche Behandlung in Ihrer Situation sinnvoll sein kann.
Naturheilpraxis Doson
Adresse: Holzweg-Passage 2A, 61440 Oberursel (bei Frankfurt)
Telefon: 06171 9784412
Fax: 06171 9784414
E-Mail: info@praxis-doson.de
Literatur
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