Migräne vor der Periode: Wenn Hormone den Kopf aus dem Gleichgewicht bringen
- KMD Yun

- vor 12 Minuten
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Es gibt diesen einen Punkt im Monat, an dem Sie es schon ahnen. Die Tage vor der Periode rücken näher – und mit ihnen dieses vertraute Ziehen hinter der Schläfe. Vielleicht haben Sie irgendwann angefangen, im Kalender mitzuzählen: ein paar Tage vor der Blutung, fast wie nach Plan. Und vielleicht kennen Sie auch die Enttäuschung, dass genau diese Attacken oft die heftigsten sind – und ausgerechnet auf das Triptan am schlechtesten ansprechen.
Wenn Ihre Migräne diesem Rhythmus folgt, ist das kein Zufall und keine Einbildung. Es ist ein eigenes, gut beschriebenes Muster – die menstruelle Migräne. Und gerade weil sie an den Zyklus gekoppelt ist, lässt sie sich auch über den Zyklus verstehen und begleiten.
Wenn Sie zunächst einen umfassenden Überblick über unsere ganzheitliche Migränebehandlung suchen, finden Sie alle Grundlagen auf unserer Hauptseite zu Migräne mit Akupunktur und TCM. Dieser Beitrag widmet sich speziell der hormonell getakteten Migräne vor und während der Periode.
Was menstruelle Migräne von „normaler" Migräne unterscheidet
Menstruelle Migräne ist nicht einfach „Migräne, die zufällig während der Periode auftritt". Sie ist klar definiert: Attacken einer Migräne ohne Aura, die regelmäßig im Fenster von zwei Tagen vor bis drei Tagen nach Einsetzen der Blutung auftreten – in mindestens zwei von drei Zyklen. Rund die Hälfte aller Frauen mit Migräne kennt diesen Zusammenhang.
Das Tückische daran: Perimenstruelle Attacken dauern im Schnitt länger, sind oft heftiger, gehen häufiger mit Übelkeit einher – und sprechen schlechter auf die üblichen Akutmedikamente an als Attacken außerhalb der Periode. Genau deshalb erleben viele Betroffene die Tage vor der Periode als den verlässlich schwierigsten Teil ihres Monats.
Warum gerade vor der Periode? Der hormonelle Auslöser
Der entscheidende Faktor ist nicht ein hoher, sondern ein fallender Östrogenspiegel. In den Tagen vor der Blutung sinkt der Östrogenspiegel rasch ab – und dieser Abfall gilt als wichtiger Migräneauslöser. Östrogen beeinflusst unter anderem das Serotonin-System und die Schmerzverarbeitung im trigeminovaskulären System; fällt es ab, wird die Schwelle für eine Attacke niedriger. Zusätzlich spielen Botenstoffe wie Prostaglandine eine Rolle, die rund um die Menstruation ansteigen und auch hinter Regelschmerzen stehen.
Mit anderen Worten: Der Kopf reagiert hier auf ein hormonelles Signal des gesamten Körpers. Das erklärt, warum eine Behandlung, die nur am Schmerz ansetzt, der Sache oft nicht gerecht wird – und warum ein Blick auf Zyklus, Stress und Konstitution sinnvoll ist.
Die TCM-Sicht: der Zyklus als Spiegel
Die Traditionelle Chinesische und Koreanische Medizin hat zwar keinen Begriff für „Östrogenabfall" – aber sie beschäftigt sich seit Jahrhunderten mit genau dem, was Frauen rund um die Periode erleben: dem Zusammenspiel von Anspannung, Blut, Wärme und dem freien Fluss der Energie. Migräne vor der Periode liest die TCM nicht als isolierten Kopfschmerz, sondern als Zeichen, dass der Körper in der prämenstruellen Phase aus seinem Gleichgewicht gerät.
In der Praxis Doson sehen wir dabei vor allem vier Muster – häufig in Mischformen. Das Spannende: Jedes dieser klassischen Muster hat ein nachvollziehbares Korrelat in der modernen Körpermedizin.
1. Leber-Qi-Stagnation (간기울결, 肝氣鬱結)
Das Muster der prämenstruellen Anspannung: Reizbarkeit, Spannungsgefühl, „kurz vor dem Überlaufen". Modern entspricht das einer erhöhten Aktivierung der Stressachse und Schwankungen im Serotonin-Haushalt – nah an dem, was als prämenstruelles Syndrom (PMS) bekannt ist.
2. Leber-Blut-Mangel (간혈허, 肝血虛)
Erschöpfung, Blässe und Kopfschmerz nach starker oder langer Blutung. Hier denkt die westliche Medizin an eine Neigung zu Eisen- bzw. Ferritinmangel und verminderter Belastbarkeit – der Körper ist nach der Blutung „leer".
3. Aufsteigendes Leber-Yang (간양상항, 肝陽上亢)
Der pochende, oft einseitige Kopfschmerz mit Hitzegefühl und Druck an der Schläfe. Dieses Bild passt gut zur Östrogen-Entzugs-Reaktion am trigeminovaskulären System – jenem Gefäß-Nerven-System, das bei Migräne zentral beteiligt ist.
4. Nieren-Schwäche & Blut-Stase (신허·어혈, 腎虛·瘀血)
Das konstitutionell-hormonelle Muster mit „Stau": chronisch wiederkehrend, oft begleitet von Regelschmerzen. Modern gelesen nähert es sich einer Dysregulation der Hormonachse (Hypothalamus–Hypophyse–Eierstock) und prostaglandin-vermitteltem Schmerz an.

Über die Zungendiagnostik nach KMD Yun und die Pulsdiagnose ordnen wir ein, welches dieser Muster bei Ihnen führt – und behandeln nicht „den Kopfschmerz", sondern den Zusammenhang aus Zyklus, Stress, Schlaf und Konstitution dahinter.
„Migräne vor der Periode ist kein reines Kopfproblem. Bei vielen Frauen folgt sie einem hormonellen Rhythmus – und genau diesem Rhythmus kann man mit der richtigen Behandlung wieder etwas Stabilität zurückgeben." — KMD Kukhyun Yun
Was die Forschung zeigt — drei Studien zur menstruellen Migräne
Akupunktur bei Migräne ist eine der am besten untersuchten nicht-medikamentösen Therapien. Für die menstruelle Form sind in den letzten Jahren eigene, spezifische Studien hinzugekommen – drei davon fassen wir hier zusammen.
Studie 1 — Die aktuelle Studienlage im Überblick
Eine 2025 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse fasste 39 randomisierte Studien mit 2.584 Teilnehmerinnen zusammen. Im Vergleich zu Kontrollbehandlungen senkte Akupunktur die Schmerzintensität, die Häufigkeit und die Dauer der Migräneattacken und verbesserte die Ansprechrate sowie die Kopfschmerz-Belastung. Die Autorinnen und Autoren weisen zugleich darauf hin, dass die Aussagekraft je nach Endpunkt unterschiedlich ist – ein ehrlicher, wissenschaftlich sauberer Hinweis.

Studie 2 — Akupunktur im direkten Vergleich zum Medikament
Eine multizentrische, randomisierte Studie an vier Kliniken verglich Akupunktur mit dem Medikament Naproxen bei menstruationsbezogener Migräne. Der Anteil der Frauen mit mindestens 50 % weniger Migränetagen lag in der Akupunkturgruppe bei 62,8 % gegenüber 42,9 % unter Medikament – und die vorbeugende Wirkung hielt über sechs Zyklen an, bei zugleich weniger Nebenwirkungen.

Studie 3 — Ein Blick ins Gehirn
Eine Bildgebungsstudie (Ruhe-fMRT) untersuchte, was Akupunktur bei menstrueller Migräne ohne Aura im Gehirn bewirkt. Sie fand, dass Akupunktur messbar auf jene Netzwerke wirkte, die für die Verarbeitung von Stress und Stimmung zuständig sind. Das ist mehr als ein technisches Detail: Es stützt genau das, was die TCM mit „Leber-Qi" meint – die enge Verbindung von Anspannung, Hormonen und Kopfschmerz.

Wie wir menstruelle Migräne in der Praxis Doson begleiten
Unsere Behandlung folgt keinem Standardschema, sondern Ihrem Zyklus. Nach ausführlicher Erstanamnese, Pulsdiagnose und Zungendiagnostik bestimmen wir, welches der vier Muster bei Ihnen im Vordergrund steht – und richten die Behandlung darauf aus.
In der Akupunktur arbeiten wir zyklusorientiert: In der prämenstruellen Phase liegt der Schwerpunkt darauf, „aufsteigende Spannung" zu lösen und das vegetative Nervensystem zu beruhigen; in der übrigen Zyklusphase auf dem Aufbau von Blut und Energie. Ergänzend kann eine individuell zusammengestellte chinesische Kräutermedizin sinnvoll sein, um Zyklus, Schlaf und innere Unruhe über den Monat hinweg zu stabilisieren.
Weil viele Patientinnen bereits eine lange Vorgeschichte mit Schmerzmitteln, Hormonpräparaten und enttäuschenden Therapieversuchen mitbringen, ist die menstruelle Migräne für uns Teil der Arbeit mit chronischen und „austherapierten" Beschwerden. Da Migräne bei Frauen oft mit weiteren zyklisch geprägten Themen zusammenhängt, beziehen wir – wo sinnvoll – unsere Erfahrung aus der Frauenheilkunde und Kinderwunschbegleitung mit ein.

Patientenstimmen — Erfahrungen aus unserer Praxis
Die nachfolgenden Berichte geben persönliche Erfahrungen einzelner Patientinnen wieder; Originalberichte liegen der Praxis vor. Behandlungsverläufe und -ergebnisse können variieren. „Dr. Yun" bezieht sich auf den in Südkorea erworbenen Abschluss als Doctor of Korean Medicine (Dongguk Univ.). ,,Aufgrund meiner chronischen Migräne suchte ich die Naturheilpraxis Doson auf. Nach einer umfassenden Untersuchung meiner Krankengeschichte und einer Pulsdiagnose erstellte Dr. Yun einen Therapieplan für mich, der eine dreimonatige Behandlung mit Akupunktur und Kräutertee beinhaltete. Darüber hinaus empfahl er eine vollständige Umstellung meiner Ernährung, bei der ich auf Zucker, Fette und kalte Lebensmittel verzichten sollte. Inzwischen sind mehr als drei Monate vergangen, und ich habe keine Beschwerden mehr. Dr. Yun ist ein äußerst kompetenter und vertrauenswürdiger TCM-Arzt. Ich kann ihn und diese Praxis uneingeschränkt empfehlen, auch für viele andere Gesundheitsprobleme, die er behandelt. Die Mitarbeiterinnen sind immer freundlich und können bereits am Telefon umfassende Informationen bereitstellen." ,,Ich war in der Naturheilpraxis Doson aus zwei Gründen: Migräne und wg. meiner starken Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Die Therapien wurden nacheinander durchgeführt.
Ich litt seit mehreren Jahren unter starken Kopfschmerzen und Migräne, es gab keine Woche ohne Schmerzen, zum Schluss gab es nur noch 2 – 5 schmerzfreie Tage im Monat. Ich bin bei verschiedenen Ärzten gewesen, alle vorgeschlagenen Therapien (zum größten Teil Medikamente) halfen leider nur für kurze Zeit. Der nächste Schritt sollte ein Aufenthalt in einer Migräneklinik sein. Bevor ich diesen Weg einschlagen wollte, entschied ich mich, nach einer alternativen Methode umzuschauen und so kam ich in die Naturheilpraxis Doson. Bei dem ersten Termin führte Herr Dr. Yun ein ausführliches Gespräch mit mir und erklärte u. a. auch, dass in der fernöstlichen Medizin nicht nur der Körper allein betrachtet und berücksichtigt wird, sondern auch die Seele. Nach der Zungendiagnostik und einer kleinen körperlichen Untersuchung konnte er sehr genau alle meine Beschwerden sofort benennen (auch die, die ich ihm nicht genannt hatte). Er beschrieb mir meinen Körper- und Seelenzustand, was zu 100% zutraf. Ich wunderte mich sehr, da ich ihm nicht alles erzählt hatte. Die Behandlung enthielt Akupunktur in verschiedenen Intervallen begleitet von Kräutermedizin, die man 2x am Tag trinken muss, Atemtechniken zur Stressbewältigung, sowie auf meinen Körper abgestimmte Tipps für eine gesunde Lebensweise. Vor jeder Sitzung fragte Herr Dr. Yun nach dem Körperzustand seit der letzten Sitzung und er passte die Akupunktur dementsprechend an. Auch die Rezeptur für die Kräutermedizin wurde monatlich an den Körperzustand angepasst. Nach kurzer Zeit schon merkte ich eine deutliche Verbesserung, die Schmerzen kamen immer seltener und wenn, dann mit geringerer Intensität. Nach wenigen Monaten war ich schmerzfrei, einen Zustand, den ich lange nicht mehr kannte. Ich bin Herrn Dr. Yun so dankbar!"

Für wen dieser Ansatz besonders geeignet ist
Ihre Migräne kommt verlässlich in den Tagen vor oder zu Beginn der Periode – und ist dann besonders hartnäckig.
Triptane oder Schmerzmittel wirken bei den perimenstruellen Attacken schlechter, oder Sie möchten sie reduzieren.
Sie erleben zusätzlich PMS, Regelschmerzen oder einen unregelmäßigen Zyklus und suchen einen Ansatz, der den ganzen Zyklus einbezieht.
Sie möchten einen nicht-medikamentösen Weg versuchen, bevor eine hormonelle oder medikamentöse Dauerprophylaxe begonnen wird.
Sie wünschen sich eine Behandlung, die Kopf, Hormone, Stress und Schlaf zusammen denkt – nicht jedes Symptom für sich.
Häufige Fragen zur Migräne vor der Periode
Woran erkenne ich, ob meine Migräne wirklich menstruell ist? Typisch ist das regelmäßige Auftreten im Fenster von etwa zwei Tagen vor bis drei Tagen nach Beginn der Blutung, in mindestens zwei von drei Zyklen. Ein einfaches Kopfschmerz-Zyklus-Tagebuch über zwei bis drei Monate macht das Muster meist sichtbar – und ist auch für die Behandlung wertvoll.
Kann Akupunktur helfen, obwohl die Ursache hormonell ist? Akupunktur verändert nicht „die Hormone per Knopfdruck", wirkt aber auf Schmerzverarbeitung, vegetatives Nervensystem und Stressregulation – also auf die Ebenen, über die der hormonelle Auslöser eine Attacke anstößt. Die aktuelle Studienlage zeigt hier günstige Effekte.
Wie lange dauert es, bis sich etwas verändert? Da menstruelle Migräne an den Zyklus gekoppelt ist, rechnen wir in Zyklen: Häufig zeigt sich über zwei bis drei Zyklen, ob und wie die Attacken vor der Periode seltener oder milder werden. Eine Vorlaufzeit von einigen Monaten ist realistisch.
Ist die Behandlung schmerzhaft? Akupunkturnadeln sind sehr fein – etwa zehnmal dünner als eine Injektionsnadel. Die meisten Patientinnen empfinden das Setzen als kaum spürbar, oft sogar als entspannend.
So erreichen Sie uns
Wenn Ihre Migräne dem Takt Ihres Zyklus folgt und Sie eine Medizin suchen, die diesen Zusammenhang ernst nimmt, sind Sie in der Naturheilpraxis Doson richtig. In einem kurzen Vorgespräch klären wir gemeinsam, ob unsere Behandlung für Ihre Situation der richtige Weg ist.
Naturheilpraxis Doson · Holzweg-Passage 2A, 61440 Oberursel (bei Frankfurt) Telefon: 06171 978 44 12 · E-Mail: info@praxis-doson.de Termin anfragen: Kontaktformular › Zur Hauptseite Migräne mit Akupunktur und TCM
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Literatur
Wu Q, Fan L, Wu D, Gao H, Han D, Hu H, Qian L. Determining the efficacy and safety of acupuncture for the treatment of menstrual migraine: an updated systematic review and meta-analysis. Front Neurol. 2025;16:1673321. DOI: 10.3389/fneur.2025.1673321
Liu L, Zhang CS, Liu HL, et al. Acupuncture for menstruation-related migraine prophylaxis: a multicenter randomized controlled trial. Front Neurosci. 2022;16:992577. DOI: 10.3389/fnins.2022.992577
Zhang Y, Wang Z, Du J, et al. Regulatory effects of acupuncture on emotional disorders in patients with menstrual migraine without aura: a resting-state fMRI study. Front Neurosci. 2021;15:726505. DOI: 10.3389/fnins.2021.726505
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